Durch das Üben von Achtsamkeit können wir allmählich zu einer Haltung gelangen, die es uns ermöglicht, eigene, nicht hilfreiche Verhaltens- und Reaktionsmuster zu erkennen, ohne uns für dieses Verhalten zu verurteilen. Diese Haltung ermöglicht es uns, diese Muster zu verändern und somit in Zukunft anders zu reagieren und zu handeln.
Entspannungsübungen haben zum Ziel, einen Zustand der (inneren) Anspannung unmittelbar zu verändern, indem die Anspannung abgestellt wird. Beispiele sind Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.
Achtsamkeit hingegen hat zum Ziel – am Beispiel der Angespanntheit – diese Anspannung genau wahrzunehmen, um sich langfristig der Momente bewusst zu werden, in denen die Anspannung auftritt. Ziel bei Achtsamkeit ist Bewusstwerdung durch genaues Wahrnehmen und gerade *nicht* die Veränderung des jetzigen Zustands. Wir brauchen den jetzigen Zustand, um ihn zu erforschen: Welche Gedanken sind jetzt gerade da? Welche Körperempfindungen? Welche Gefühle? Erst wenn durch regelmäßiges Üben allmählich deutlich wird, welche Alltags- oder Verhaltensmuster immer wieder zu Anspannung bei Ihnen führen und wie diese Anspannung sich genau äußert, können Sie daran etwas im wirklichen Leben ändern. Diesen Gestaltungsspielraum wollen wir durch Achtsamkeitstraining erkennen lernen.
Stressbewältigung durch Achtsamkeit ist kein Quick Fix und auch kein Wellness-Angebot, sondern ein langfristig angelegtes Übungsprogramm, das zu einer Haltungsänderung führt, die uns anderes Reagieren und Handeln ermöglicht.
Indirekt führt auch das irgendwann zu weniger angespannten Situationen und somit zu mehr allgemeiner Entspannung.
Eine Achtsamkeits-App (z.B. „7Mind“ oder „Headspace“) bietet eine Vielzahl von Achtsamkeitsübungen an, die sich alleine und zeitlich unabhängig üben lassen. Manche Apps beinhalten auch ein mit MBSR vergleichbares Übungsprogramm, dessen Kosten sogar – je nach Krankenkasse – übernommen werden. Ich würde jedoch dringend davon abraten, ein solches Programm auf eigene Faust auszuprobieren, denn bei MBSR gibt es Kontraindikationen, z.B. bestimmte psychische Erkrankungen (deshalb gibt es bei einem MBSR-Kurs immer ein individuelles Vorgespräch). Sprechen Sie vorher bitte mit Ihrer begleitenden medizinischen Fachperson. Kurze, angeleitete Meditationen oder Übungen zu Körperachtsamkeit sind in der Regel unbedenklich. Insofern sind Achtsamkeits-Apps eine gute und kostengünstige Möglichkeit, einmal in achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung rein zu schnuppern.
Wer grundsätzlich nicht App-affin ist oder sich lieber mit anderen Menschen zum Thema austauschen möchte, ist mit einem Live-Schnuppertermin und/oder Achtsamkeits-Gruppentraining eventuell besser beraten.
Bedenken Sie auch, dass Sie eine App wieder kündigen sollten, wenn sich herausstellt, dass Sie sie nicht nutzen.
Kurse in Präsenz haben ihre Vorteile, bringen andererseits aber Kosten für Raummiete und Zeit für die Anfahrt mit sich. Durch die Gestaltung als Online-Kurse können die Preise für die Kurse niedriger gehalten werden und alle Beteiligten sparen sich Anfahrtszeit und -kosten. Gerade wenn Stress im Alltag ein Thema ist, ist diese Zeitersparnis ein Vorteil.
Es wird zunehmend schwieriger, Menschen für einen offenen MBSR-Kurs zu gewinnen, da die Zielgruppe spezifisch ist und der Kurs zudem Verbindlichkeit und die zeitliche Verpflichtung von zwei Monaten erfordern. Durch das Angebot für geschlossene Gruppen, z.B. für Firmen oder Sozialträger, vermindert sich mein Aufwand für Akquise und Raumsuche erheblich, da sich Multiplikatoren an mich wenden, die aufgrund ihrer Arbeit bereits in Kontakt mit Interessenten sind.
Dies ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt im Wesentlichen davon ab, wie regelmäßig geübt wird. Entscheidend ist dabei die Regelmäßigkeit der Übungspraxis (am besten täglich, wenn auch nur für ein paar Minuten statt einmal die Woche für eine Stunde). Wenn dies gegeben ist, sind erste Veränderungen oft schon nach zwei oder drei Wochen feststellbar.
Infotermin:
kostenlos (Spende freiwillig)
Achtsamkeitstraining 2027 (vier Termine, online):
245 EUR
Maschenalarm!:
Spende ab 10 EUR erwünscht
MBSR-Kurs oder geschlossenes Seminar:
laut individuellem Angebot
Zahlungsbedingungen:
Der Stress-Experte Prof. Dr. Gert Kaluza, nach dessen wissenschaftlichen Grundlagen ich arbeite, hat die Unterscheidung in drei Säulen der Stressbewältigung etabliert:
1) die Alltagsgestaltung,
2) unsere inneren Einstellungen und Bewertungen (in diesen Bereich fällt achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) sowie
3) Entspannung und Erholung.
Je nach persönlichen Stressauslösern kann die Lösung also z.B. auch in einer Veränderung des Arbeitsumfelds (Stichwort: Job Crafting) oder der Überprüfung der Wohnsituation liegen (beides betrifft Alltagsgestaltung) oder darin, ein passendes, wirklich regenerierendes Hobby als Ausgleich zu Job und anderen Verpflichtungen zu finden (entspricht Entspannung und Erholung).
Was Sie auch ausprobieren: Entscheidend ist, den ersten Schritt zu tun, egal wie groß oder klein er ist. Machen Sie ihn einfach so klein, dass Sie ihn gehen können.
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